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Kriegsjahr 1918

Das Surrogat der Sommerfrische

Überschrfit: Ersatzurlaub. Männer und Frauen mit Schirm auf einer Bank am Hernalser Gürtel, ein Mädchen lässt ein Boot in einer Lacke schwimmen. Stadtbahn im Hintergrund.

Keine Sommerfrische für Wiener – Karikatur,
Der Morgen, 14.5.1917, S. 9, WBR

Die Wienerinnen und Wiener sind überarbeitet, gereizt, unterernährt und kriegsmüde, sie zwingen sich „mit dem Aufgebot aller Willenskraft die notwendigen Leistungen“ ab. (DZ 18.5.1918) Die Sehnsucht nach der Sommerfrische und einer kurzen Zeit des Ausspannens ist groß. „Aber heuer ist den meisten von ihnen dieser Trost versagt.“ (DZ 18.5.1918)

 

„Nicht nur die unlösbare Verköstigungsfrage fesselt uns an das eigene Heim, auch die Verkehrsverhältnisse zwingen uns, das Weichbild der Stadt nicht zu verlassen. Die Südbahn, die bisher alljährlich in der Osterzeit die Hauptfrequenz fand, scheidet diesmal vollkommen aus. […] In der abgelaufenen Woche wurden zu den einzelnen Südbahnfernzügen nur noch je 40 bis 50 Fahrkarten an Zivilpassanten ausgegeben, alle an­deren Plätze mußten für den militärischen Verkehr reserviert bleiben.“ (DZ 26.3.1918) „Man ist Sommerpartei in Wien gewor­den.“ (DZ 29.6.1918) mehr