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Kriegsjahr 1914

Fest in deutscher Hand

Aufruf des Deutschmeister-Schützenkorps und des Wiener Bürger-Scharfschützenkorps, sich für die Interessen der deutschen Bevölkerung einzusetzen

Plakat,
WBR, PS, P-231223

Angehörige fremder Nationen sind auf der Straße oder in Straßenbahnwaggons vielfach Belästigungen, Beschimpfun­gen, ja sogar tätlichen Angriffen ausgesetzt, weil sie irrtümlich für Angehörige feindlicher Staaten gehalten werden. So werden Chinesen mit Japanern („Alle Kineser san Japaner!“, heißt die Formel in den Letzten Tagen der Menschheit), Nordamerikaner mit Engländern, Polen mit Russen verwechselt und attackiert.

 

Zeitungen appellieren an die Bevölkerung, Zurückhaltung zu üben, auch wegen des Fremdenverkehrs. Gleichzeitig wird mobilisiert. Der Fremdenhass gibt sich als patriotische Tu­gend und wird auch offiziell gepflegt. Alte, wohlbekannte Ge­schäftsschilder werden entfernt. Es gibt in Wien keine „Stadt Belgrad“ mehr und keine „Stadt Paris“ und keine „Englische Flotte“. In den Luxusgeschäften verschwinden Schilder wie „On parle Français“ und „English spoken“. Die chinesische Gesandtschaft verteilt an alle in Wien lebenden chinesischen Staatsangehörigen Kokarden in den chinesischen Farben. (NWT 27.8.1914) mehr